Themen der Woche:
🏗 Weniger Neubau, steigende Preise – warum sich der Wohnungsmangel weiter verschärft
Der deutsche Immobilienmarkt bleibt strukturell unterversorgt. Neue Zahlen zeigen: Trotz steigender Nachfrage kommt der Neubau nicht hinterher – mit spürbaren Folgen für Preise, Mieten und Finanzierungen.
🏠 Neubau bleibt deutlich hinter dem Bedarf zurück
Auch in den kommenden Jahren wird zu wenig gebaut. Laut dem Frühjahrsgutachten der sogenannten Immobilienweisen sollen 2026 nur rund 215.000 neue Wohnungen fertiggestellt werden – nach etwa 235.000 im Jahr 2025.
Der tatsächliche jährliche Bedarf bis 2040 liegt jedoch bei rund 257.400 Wohneinheiten. Die Folge: Die Angebotslücke wächst weiter. Vertreter der Immobilienwirtschaft fordern deshalb niedrigere Erwerbsnebenkosten, insbesondere bei der Grunderwerbsteuer, einen rechtssicheren Gebäudetyp E sowie eine Überprüfung der Mietregulierung. Solange weniger gebaut als benötigt wird, bleibt der Aufwärtsdruck auf Immobilienpreise bestehen.
📈 Immobilienpreise ziehen zum Jahresstart wieder an
Der Interhyp-Immobilienpreisindex zeigt zum Jahresbeginn eine klare Bewegung nach oben. Bundesweit stiegen die Preise um 0,5 % gegenüber dem Vormonat.
Auch in den Metropolen legten die Preise zu – besonders deutlich in München und Stuttgart. Lediglich Hamburg verzeichnete ein leichtes Minus. Die Entwicklung bestätigt: Der Markt ist regional differenziert, insgesamt aber wieder im Aufwärtstrend.
🏘 Mieten steigen weiter – Belastung nimmt zu
Auch auf dem Mietmarkt setzt sich der Trend fort. Laut Empirica Wohnungsmarktbericht 2026 stiegen die Angebotsmieten für Bestandswohnungen 2025 bundesweit um 4,4 %.
Zwar fiel der Anstieg geringer aus als in den Vorjahren, dennoch verschärft sich die Lage: Die Einkommen wuchsen langsamer als die Mieten, wodurch die Mietbelastung weiter zunimmt. Besonders stark war der Anstieg in Städten wie Düsseldorf, Hamburg und Leipzig, teils mit Wachstumsraten um 10 %. Seit 2021 sind Neubaumieten bundesweit um rund 30 % gestiegen.
⚖️ Politik plant stärkere Eingriffe in den Mietmarkt
Das Bundesjustizministerium plant neue Regeln für Indexmieten, Kurzzeitvermietungen und möblierte Wohnungen. Vorgesehen ist unter anderem eine Deckelung von Indexmieten auf 3,5 % pro Jahr.
Während Indexmietverträge bundesweit nur eine geringe Rolle spielen, wächst der Anteil möblierter und befristeter Vermietungen deutlich – in Großstädten lag er zuletzt bei über 30 %. Künftig sollen Vermieter den Möblierungszuschlag transparent ausweisen, der auf 5 % der Kaltmiete begrenzt werden soll. Die Meinungen dazu gehen weit auseinander: Mieterverbände begrüßen die Pläne, Eigentümerverbände warnen vor zusätzlichen Investitionshemmnissen.
💶 Baufinanzierung: Markt erholt, aber Unsicherheit bleibt
Der Baufinanzierungsmarkt hat sich 2025 deutlich belebt. Das Neugeschäft stieg laut Bundesbank um 21 % auf 241 Milliarden Euro.
Für 2026 erwarten Expertinnen und Experten jedoch eine Abschwächung der Dynamik. Gründe sind steigende Immobilienpreise, höhere Zinsen, regulatorische Unsicherheiten rund um das GEG sowie längere Bearbeitungszeiten bei Banken. Wer heute finanziert, profitiert daher besonders von vollständigen Unterlagen und guter Vorbereitung, um Verzögerungen zu vermeiden.
✅ Fazit: Knappes Angebot trifft auf stabile Nachfrage
Der Kern des Problems bleibt unverändert: Es wird zu wenig gebaut. Gleichzeitig steigen Preise und Mieten weiter, während Regulierung und Unsicherheit Investitionen bremsen.
Für Käuferinnen, Käufer und Kapitalanleger bedeutet das:
- Wohneigentum bleibt knapp und wertstabil,
- frühes Handeln schafft bessere Chancen,
- und eine saubere Finanzierungsvorbereitung wird immer wichtiger.
Der Markt belohnt aktuell nicht das Abwarten – sondern klare Entscheidungen, realistische Kalkulationen und eine langfristige Strategie.