Themen der Woche:
💶 Banken-Panel: Kurze Atempause bei Zinsen – danach steigt das Risiko wieder
Nach Monaten der Lockerung legt die Geldpolitik eine Pause ein. Gleichzeitig wachsen die Unsicherheiten an den Kapitalmärkten – mit spürbaren Folgen für Bauzinsen, Förderprogramme und Investitionsentscheidungen.
🏦 EZB bleibt abwartend – langfristige Zinsen unter Druck
Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins erwartungsgemäß bei 2,0 % belassen. Ziel der bisherigen Zinssenkungen war es, die Inflation wieder in Richtung der 2-Prozent-Marke zu bringen – aktuell liegt sie bei 1,9 %.
Neue Risiken kommen nun von außen: Der starke Euro, ausgelöst durch die schwer kalkulierbare Wirtschaftspolitik der USA, belastet die exportorientierte Eurozone. Sollte sich die Aufwertung fortsetzen, könnte die EZB geldpolitisch reagieren müssen. Kurzfristig bleibt das Zinsumfeld stabil, mittel- und langfristig nimmt die Volatilität jedoch zu.
📈 Bauzinsen: Noch stabil – aber nicht mehr lange
Zum Start in den Februar liegen die Bauzinsen für 10-jährige Darlehen bei rund 3,7 %. Laut Interhyp-Bankenpanel rechnen jedoch rund zwei Drittel der Bankenexpertinnen und -experten im weiteren Jahresverlauf mit einem Anstieg in Richtung 4 % oder darüber.
Hintergrund sind weltweit steigende Staatsschulden und umfangreiche Fiskalprogramme – etwa in den USA, Deutschland und Japan. Diese erhöhen den Druck auf langfristige Renditen und lassen Bauzinsen nach unten kaum Spielraum. Wer heute finanziert, kann sich noch spürbare Zinsvorteile über die gesamte Laufzeit sichern.
🏗 EH55-Förderung: Viel Geld, wenig Nachfrage
Die befristete EH55-Förderung ist deutlich schwächer gestartet als erwartet. Von 800 Mio. Euro Fördervolumen sind Anfang Februar noch rund 650 Mio. Euro ungenutzt.
Ein Grund: Die Förderung richtet sich ausschließlich an genehmigte, aber noch nicht begonnene Projekte – das sorgt für Planungsunsicherheit. Branchenvertreter sehen zudem den Zinssatz als zu wenig attraktiv. Perspektivisch plant der Bund, die Förderlandschaft ab 2027 deutlich zu vereinfachen: Statt vieler Einzelprogramme soll es nur noch je ein Programm für Neubau und Bestand geben.
🔧 Heizungsgesetz bremst Sanierungen
Die energetische Sanierungsquote ist 2025 auf einen Tiefstand gefallen. Ursache ist vor allem die anhaltende Unsicherheit rund um die Reform des Gebäudeenergiegesetzes (GEG).
Die Diskussion um die 65-Prozent-Regel bei neuen Heizungen, mögliche regionale Differenzierungen und gleichzeitig drohende Kürzungen bei Förderungen sorgen für Zurückhaltung. Zwar wird der Heizungstausch aktuell noch mit bis zu 70 % Zuschuss (KfW 458) gefördert, doch fehlende Planungssicherheit lähmt Investitionen.
🏘 Renditechancen liegen oft außerhalb der Metropolen
Eine Auswertung von knapp vier Millionen Kauf- und Mietangeboten zeigt: Die höchsten Mietrenditen finden sich häufig abseits der großen Städte.
Regionen in Sachsen, Thüringen und Sachsen-Anhalt erreichen teils über 8 % Rendite, Spitzenreiter ist der Vogtlandkreis. Unter den Metropolen liegt Stuttgart vorn, während München trotz steigender Renditen Schlusslicht bleibt. Auffällig: Alle Metropolen weisen seit 2022 steigende Mietrenditen auf – ein Zeichen für anhaltenden Mietdruck.
✅ Fazit: Jetzt zählt Timing, Vorbereitung und Standortwahl
Die aktuelle Ruhe bei den Zinsen dürfte nur von kurzer Dauer sein. Steigende Staatsverschuldung, unsichere Förderbedingungen und strukturelle Wohnungsengpässe sprechen eher für höhere Finanzierungskosten in den kommenden Monaten.
Wer heute kauft oder investiert, profitiert von:
- noch moderaten Bauzinsen,
- besseren Verhandlungschancen,
- und attraktiven Renditen – vor allem außerhalb der Metropolen.
Abwarten wird riskanter, gute Vorbereitung und eine saubere Finanzierungsstrategie hingegen zum entscheidenden Vorteil.